Die Österreichische Romantikstraße

Auf nostalgischen Pfaden in das „Rom des Nordens“.

von Eva-Maria Reichert

Die Österreichische Romantikstraße geht über 380 Kilometer von Wien über die Wachau nach Salzburg. 180 Kilometer davon gehen von Steyr nach Salzburg. Wo Enns und Steyr zusammenfließen, liegt das romantische Städtchen Steyr mit seinem idyllischen Stadtkern und dem weit und breit bekannten Wallfahrtsort Christkindl. Seit 1950 werden vom Weihnachtspostamt Christkindl ca. 2 Millionen Briefe in der Vorweihnachtszeit mit dem Sonderstempel versehen und in alle Welt versendet.

Das Hotel „Weisse Rössl“ in Sankt Wolfgang

Die Fahrt beginnt mit dem alten Postbus aus den 50er Jahren vom Marktplatz aus über Christkindl zum Schloss Rosenegg. Von dort aus kann man mit der Steyrtal Museumsbahn, die dieses Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert, über eine Teilstrecke zum Steyrtal Museumsbahnhof fahren. Nach dessen Besichtigung geht es stilvoll zurück mit dem Postbus nach Steyr. Dort angekommen sollte man auf jedem Fall das Steyrer Kripperl, das letzte bekannte Stabpuppentheater im deutschsprachigen Raum, besuchen. Eindrucksvoll werden Szenen und Geschichten in und um Steyr aufgeführt. Der Rundgang durch Steyr führt durch viele Epochen der Geschichte dieses schönen Städtchens. Von der Terrasse des Hotel Restaurant Minichmayr hat man einen wunderschönen Blick auf den Zusammenfluss der Enns und Steyr.

Blick über Steyr

Nach der Übernachtung im Landhotel Mader und einem gemütlichen Frühstück im Hof des Hotels geht es am nächsten Morgen durch das hügelige Alpenvorland nach Kremsmünster. Hier wartet das mächtige Benediktinerstift Kremsmünster mit seinen herrlichen Innenhöfen, der Kirche und der prächtigen Bibliothek darauf erkundet zu werden. Zum Stift gehört die Sternwarte, das erste Hochhaus Europas. Heute ist darin unter anderem ein Museum. Vorbei an Wiesen und Feldern geht es nach Gmunden am Traunsee, bekannt wegen seiner Keramik und dem Schloss Ort. Die Gmundener Esplanade führt direkt auf das Schloss zu. Noch heute stehen Fremde mit ihren Koffern davor und wollen übernachten. Nur ist Schloss Ort kein Hotel, es gibt lediglich die Orter Stuben. Um nach Traunkirchen zu kommen, ist der schönste Weg mit dem Schiff über den See. Mit Blick auf das Ufer und den Traunstein geht es gemütlich zum Ziel. Man sollte auf jedem Fall die Kirche mit ihrer prächtigen Fischerkanzel und den alten Friedhof, welcher friedlich mit einem traumhaften Blick über den See davor liegt, besichtigen. Nach 25 Kilometern erreicht man den Luftkurort Bad Ischl, die Sommerresidenz von Kaiser Franz Josef I und seiner Sissi. Noch heute gehört es zu den Pflichtbesuchen, die Kaiservilla zu besichtigen und beim „Zauner“ vorbei zu sehen. Wunderbare Köstlichkeiten warten darauf, in Zauner´s familiengeführter Traditionskonditorei verkostet zu werden. Wenn man durch diesen geschichtsträchtigen Kurort wandert, wird man überall mit den Habsburgern und der Kaiserzeit konfrontiert. Neben dem kulturellen Angebot ist hier auch das heimische Handwerk sehr groß. Man findet immer noch Hutmacher, Weber, Lebzelter und Trachtenhersteller. Seit 1823 besitzt das älteste Seebad Österreichs offiziell Heilquellen. Bei einer Übernachtung im Eurothermen Resort Bad Ischl kann man sich von den Annehmlichkeiten des Hauses verzaubern lassen. Weiter geht die Reise am nächsten Tag zum ehemaligem Strandbad Bad Ischls: Nach Strobl am Wolfgangsee. Von Strobl aus kann man sich nichts Imposanteres vorstellen als ein „Ritt“ mit dem Motorboot über den See nach Sankt Wolfgang, um vor dem Weißen Rössel zu halten. Das „Weiße Rössel“ beherbergt ein Wellness Hotel mit einem Restaurant, dessen Terrasse einen wunderbaren Blick über den See hat. Nach Besichtigung der Kirche mit ihrem

weltberühmten Flügelaltar von Michael Pacher geht es gemütlich durch Sankt Wolfgang zur Zahnradbahn. Die Schafbergbahn ist die steilste Zahnradbahn Österreichs und geht auf den 1783 Meter hohen Schafberg. Gemächlich schnauft die Bahn auf den Hausberg des Wolfgangsees und man hat, am Ziel angekommen, einen herrlichen Blick auf die Seen und Berge der Umgebung. Wieder im Tal geht es die letzten Kilometer der Strecke weiter nach Elixhausen bei Salzburg, wo man zum Beispiel für die die letzte Nacht der Reise das Romantik Hotel Gmachl wählen kann. Dieses wunderschöne, von der Familie geführte, Hotel beherbergt ein Haubenrestaurant und ist für sein herrliches Frühstück bekannt. Man sollte sich dafür so viel Zeit wie nur möglich nehmen. Es zahlt sich aus, den Tag früher zu beginnen. Mit frischer Kraft geht es zur letzten Etappe der Reise nach Salzburg. Durch den Mirabellgarten mit seinen Zwergerlgarten und den blühenden Rosenbeeten geht es, vorbei am Mozart Haus, über den Steg in die Getreidegasse. Hier werden die wunderschönen alten Fassaden und die Zunftschilder besichtigt, man staunt über die alten, traditionellen Geschäfte, geht am Mozarts Geburtshaus vorbei und durch eine wunderschöne Innenhof Passage Richtung Dom. Man sollte bei der Konditorei Fürst halten und die echten Mozartkugeln verkosten. Hier wurden sie erfunden und werden noch heute per Hand hergestellt. Gestärkt geht es zum DomQuartier. Das DomQuartier wurde im Mai 2014 eröffnet. Es zeigt auf 15000 Quadratmetern 2000 Exponate. Ein Zeugnis von Macht und Pracht des Barock. Eine herrlich gelungene Zusammenführung von Kunst, Geschichte und Kultur. Verbunden mit einem neuem Aussichtsplatz über den Domplatz, einen imposanten Blick in den Innenraum des Doms und einen auf den gotischen Chor der Franziskanerkirche. Eine Stärkung im Sankt Peters Keller, den ältesten Keller Salzburgs, ist ein krönender Abschluss von vier Tagen auf den Spuren der Österreichischen Romantischen Straße. Text: Eva Reichert

Fotos: Eva Reichert

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