Manchmal ist es tatsächlich das Leben, das die schönsten Geschichten schreibt: Als Ingrid Barker-Benfield am 3. August 1935
das Licht der Welt erblickte, wurde am gleichen Tag, hoch oben in
den Bergen die Großglockner Hochalpenstraße offiziell eröffnet.
Und so kommt es, dass dieses Jahr Frau Barker-Benfield und die Großglockner
Hochalpenstraße am 3. August gemeinsam ihren 85sten Geburtstag feiern. Es
verwundert daher nicht, dass die Wienerin ein großer Fan der berühmten Hochalpenstraße ist: Jedes Jahr stattet sie der schönsten Panoramastraße Europas einen
Besuch ab. Wer weiß: Vielleicht wurde ihr die Begeisterung für dieses Meisterwerk
der österreichischen Straßenbaukunst ja quasi mit dem gemeinsamen Geburtstag
„in die Wiege gelegt“? Johannes Hörl, GROHAG-Vorstand gratuliert: „Ich wünsche Frau Barker-Benfield alles Gute zum Geburtstag und noch viele Jahre in Gesundheit. Aber auch den Salzburger Festspielen, die vor zwei Tagen die 100ste
Festspielsaison eröffnet haben. Landeshauptmann Rehrls politischer Plan war die
Großglockner Hochalpenstraße als das Komplementärprojekt zu den Salzburger
Festspielen zu positionieren.“
Rehrl ließ sich von sozialpolitischen Fakten und finanziellen Zwängen nicht aufhalten, ein wirtschafts- und kulturpolitisches Konzept für Salzburg durchzuziehen,
das im größeren Maßstab erfolgreich war. Rehrls Strategie beruhte auf der Verknüpfung von Tourismus, Kultur, Straßenbau und Wasserkraft. Das kulturelltouristische Leitprojekt waren die 1920 gegründeten Salzburger Festspiele, die
mit Künstlern wie Max Reinhardt, Bruno Walter und Arturo Toscanini ein einmaliges internationales Ansehen gewannen. Das von Clemens Holzmeister geplante
Festspielhaus, das von hervorragenden bildenden Künstlern ausgeschmückt wurde, trug dazu bei, dass die Festspiele die Maßstäbe eines Gesamtkunstwerks ausfüllten. Die weltberühmtesten Musiker und Theaterleute ihrer Zeit wirkten in
Salzburg.
Die Geburtsstunde eines österreichischen Denkmals
15 Jahre später am 3. August 1935 wurde die Großglockner Hochalpenstraße als
damals modernste Hochalpenstraße vom damaligen Bundespräsident Wilhelm
Miklas feierlich eröffnet. Sepp Forcher, der berühmte Moderator und Zeitzeuge
wurde vor knapp 90 Jahren, fast zeitgleich mit dem Baubeginn der Großglockner
Hochalpenstraße, geboren und hat diese – „seine Traumstraße“ – ein Leben lang
begleitet. Sepp Forcher: „Dem Wallack ist es hiermit gelungen, die schönste Gebirgsstraße der Welt zu errichten.“
Zu verdanken ist die Entstehung dieses Monuments nicht zuletzt der Durchsetzungskraft des damaligen Salzburger Landeshauptmannes Franz Rehrl, sondern
auch der genialen Planung des jungen Bauingenieurs Franz Wallack. Der Plan war
es mit deren Bau, eine neue Nord-Süd-Verbindung über den Alpenhauptkamm zu
schaffen. Über 3.000 Menschen fanden Lohn und Brot in der Zeit der Weltwirtschaftskrise. Fünf Jahre lang waren rund 3.200 Arbeiter (GROHAGGler wie sie
sich selbst nannten) mit dem Bau der damals sechs Meter breiten Sandstraße im
Hochgebirge beschäftigt. Ab den 50er-Jahren wurde am Ausbau der Straße gearbeitet: Sie wurde auf 7,5 Meter verbreitert, die Kehren wurden auf 15 Meter Radius vergrößert und die Parkplätze auf 3.500 verdoppelt. Als im Jahr 1981 der
Nationalpark Hohe Tauern gegründet wurde, ermöglichte die Großglockner Hochalpenstraße einem breiten Publikum den direkten Zugang ins Herz des mit knapp
2.000 m² größten Nationalparks Zentraleuropas. Hand in Hand mit dieser wichtigen Funktion wurde ein in Europa einmaliges Angebot an naturkundlichen Informationsstellen, Ausstellungen, Lehr- und Wanderwegen und Spielplätzen geschaffen. Seit der Eröffnung der Straße im Jahr 1935 haben 68 Millionen Besucher aus
der ganzen Welt dieses markante österreichische Wahrzeichen und größte Denkmal der Republik besichtigt.

http://www.grossglockner.at/

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